ÜBER MICH

Ich berate Gastronomiebetriebe zu Organisation und Zusammenarbeit.

Neun Jahre in einer Hamburger Bar, zehn Jahre Projektmanagement und ein Soziologiestudium.

WAS ICH MITBRINGE

Ich arbeite dort, wo Küche, Service und Büro aufeinandertreffen

Porträt von Anna Götting vor rosa Hintergrund

Mich interessiert der Teil eines Betriebs, den kein Gast sieht und von dem trotzdem abhängt, wie der Service läuft: wer was macht und entscheidet, wo etwas aufgeschrieben ist und wie ihr miteinander redet. Karte und Küche bleiben bei euch.

In kaum einem Beruf arbeiten so unterschiedliche Leute so eng und unter so viel Zeitdruck zusammen, und vieles, was nach einem Personalproblem aussieht, hat seine Ursache in der Organisation. Dafür bringe ich den Blick von innen aus neun Jahren Bar mit, aus dem Projektmanagement die Übung, Abläufe für andere zu bauen, und aus der Soziologie die Methode, erst zu beobachten und dann zu deuten.

Mehrere Jahre lief das alles gleichzeitig. In der Agentur hatte ich eine Vier-Tage-Woche, abends und am Wochenende war ich in der Bar, und studiert habe ich daneben auch. Was ich tagsüber in der Agentur über Abläufe gelernt habe, hat abends in der Bar gefehlt.

Viele Probleme entstehen dort, wo zwei Bereiche zusammenarbeiten müssen, etwa zwischen Küche und Service oder zwischen dem Betrieb und seinem Steuerbüro. Beide Seiten kenne ich aus eigener Arbeit.

WARUM VON AUSSEN

Wer einen Betrieb am Laufen hält, hat selten Stunden übrig, um ihn umzubauen

WAS ICH GLAUBE

„Gastro ist halt so“ stimmt nur zur Hälfte

„Gastro ist halt so." Den Satz höre ich oft, in Betrieben und privat. Er fällt beiläufig und ohne Bitterkeit, und er erklärt so ziemlich alles: den fehlenden Dienstplan für die kommende Woche, obwohl schon Sonntag ist und die Einarbeitung, die bei jedem anders läuft.

Für die späten Nächte und die langen Wege stimmt der Satz, für vieles andere selten. Meistens steckt dahinter etwas, das vor Jahren jemand eingerichtet und seitdem niemand mehr angefasst hat. Wer jeden Tag im Betrieb steht, sieht so etwas irgendwann nicht mehr.

Diese Arbeit mache ich, weil ich viele kenne, die in der Gastronomie arbeiten, und bis heute mitbekomme, was sie neben dem eigentlichen Job Kraft kostet.

Als Gast merke ich, wie gut ein Betrieb organisiert ist, auch wenn ich nichts davon sehe. An manchen Abenden hat der Service Zeit, kurz am Tisch stehen zu bleiben, und wirkt dabei selbst gut gelaunt. An anderen hakt der Abend, ohne dass ich sagen könnte, woran das liegt. An der Person im Service liegt das selten.

Beides hängt zusammen: Ein Team, das den halben Tag ausgleicht, was nicht geregelt ist, hat für die Gäste keine Energie mehr.

Woran ich mich messen lasse

GRENZEN

Meine Erfahrung kommt aus einem Betrieb, nicht aus zwanzig

Ich habe neun Jahre in einem einzigen Betrieb gearbeitet. Wer zwanzig Läden von innen kennt oder selbst Konzepte groß gemacht hat, hat mir darin etwas voraus.

Meine Arbeit dreht sich allerdings nicht um Konzepte, sondern um die Frage, wie ein Betrieb organisiert ist und woher ein Problem kommt. Deshalb beginne ich jedes Mal mit Hinsehen und nicht mit dem, was bei uns damals funktioniert hat. Viele dieser Probleme gehören auch nicht der Gastronomie allein, ich kenne sie genauso aus Agenturen und aus einem Start-up.

Dass andere Betriebe ähnliche Fragen haben, weiß ich aus den Jahren in der Bar. Kolleginnen und Freunde aus anderen Betrieben kamen mit dem, was ihnen dort niemand beantworten konnte: Was nutzt ihr dafür, wie kalkuliert ihr das, stimmt das mit der Abrechnung wirklich so? Für gemeinsame Pop-ups habe ich eine Kalkulation in Excel gebaut und geteilt, und ein Betriebsleiter hat mein Wiki als Vorlage für seinen Betrieb genommen.